Marrakech: Außerhalb der Medina zu wohnen ist möglich aber nicht sinnvoll

Nach einem Blick auf Google Maps dachte ich mir: Was habe ich mir da nur angetan. In diesem Häusermeer meine Übernachtung zu buchen. Laut und voll wird es ein. Das Gegenteil war der Fall.

Klar kann man ausserhalb der Medina in einem Hotel wohnen. Das bedeutet aber täglich den Weg ins Stadtzentrum (und das ist nun mal die Medina) auf sich zu nehmen. Mit dem Taxi, Bus oder in Marrakechs Hitze zu Fuß. Alles kein Spaß. In der Medina selbst sind die Häuser im Riad-Stil angelegt. An den Seiten und der Rückwand mit den umliegenden Häusern verbunden und nur von vorne begehbar. In der Mitte ein ruhiger, grüner Innenhof oft mit einem Springbrunnen. Oben eine Rooftop Terrasse welche absoluten Weitblick gewährt. Dies ist deshalb möglich, weil so ziemlich alle Häuser innerhalb der Medina die gleiche Höhe haben.

Das The Central House
Mein Hostel in Marrakech, mitten in der Medina gelegen ist eine Oase der Ruhe. Bin ich wieder in Marrakech, bin ich auf jeden Fall wieder hier.

Der zentrale Platz Marrakechs ist der Jemaa el-Fna
Der Platz der Geköpften, wie er auch genannt wird. Unter tags geht es dort (für marrokanische Verhältnisse wohlgemerkt) eher ruhig zu. Es werden Hennatatoos angeboten, Schlangenbeschwörer spielen ihre Schlangen und die Tourist:innen schwindlig. Und dann gibt es auch noch die Affenfotos. Hier musste ich rasch vorbei gehen. Beim Anblick der kleinen Äffchen mit den Ketten um den Hals ging mir das Messer in der Hosentasche auf. Die winzigen Holzboxen, welche als Käfige dienen gaben mir den Rest.

Der Jemaa el-Fna, nachts erwacht dieser Platz zum Leben

So ruhig wie es unter tags hier ist, gegen Abend erwacht der Jemaa el-Fna zum Leben. Wie verabredet werden plötzlich von allen Seiten Gestelle hergekarrt und Stände aufgebaut. Jeden Tag das gleiche Schauspiel. Alles geschieht in windeseile. Jeder Handgriff sitzt. Als alte Camperin bin ich schwer beeindruckt. (Bemerkung am Rande: Wer so etwas schon einmal auf einem Campingplatz beobachtet hat… da ist bei manchen der Urlaub vorbei bevor er überhaupt angefangen hat.) Von meinem Platz im Café Restaurant Argana aus, konnte ich das Treiben entspannt beobachten. Hier oben ist es ruhig und es weht ein angenehmes Lüftchen über die schattige Terrasse.

Nachfolgend einige Sehenswürdigkeiten Marrakeschs. Der oft erwähnte Jardin Majorelle ist nicht darunter. Der Grund: 170 DH (etwa 17 Euro) finde ich als Eintritt einfach überzogen. Alle anderen Sehenswürdigkeiten kosten aktuell 100 DH, einzig die in meinen Augen schönste Sehenswürdigkeit, die Medersa Ben Youssef kostet 50 DH Eintritt. 100 DH sind nicht wenig aber ok. Es wird auch an allen Ecken und Enden renoviert.

Der Bahia Palast
Auch wenn aufgrund von Renovierungsarbeiten einige Bereiche gesperrt waren, ist dieser Palast dennoch eine Besichtigung wert.

Rund um den Jemaa el-Fna
Direkt beim Jemaa el-Fna ist die Koutoubia Moschee. Dahinter befindet sich ein öffentlicher Garten zum schattigen Entspannen.

Die Saadier-Gräber
Oft kann man lesen, daß sie keine Besichtigung wert sind. Ich finde das Gegenteil ist der Fall. Unbedingt früh oder kurz vor Schluß da sein, sonst steht man in der Warteschlange.

Die Medersa Ben Youssef ist mir einen eigenen Beitrag wert, welcher noch folgt.

Mein Fazit: Mir persönlich genügt eine große Besichtigung pro Tag. Der Rest ist sehen, staunen, fotografieren, mit Menschen ins Gespräch kommen und schreiben. Ich hatte 3 1/2 Tage in Marrakech. 4 wären besser gewesen.

Hinterlasse einen Kommentar