Der GOLDENE TEMPEL im Nektarbecken

Atemberaubend! Und nicht nur das Bauwerk, sondern vorallem die Stimmung welche hier herrscht. Hier ist jeder willkommen. Die SHIKS verlangen für die Besichting ihres Heiligtums keinen Eintritt, ganz im Gegenteil. Sie servieren in einer am Tempel angrenzenden Großküche ein leckeres Essen. Kostenfrei und für jedermann. Der wohlhabende SHIK serviert dem Ärmsten der Armen Seite an Seite mit der deutschen Touristen köstliches Daal. Zubereitet wird dieses Essen von Freiwilligen. Die täglichen Tonnen von Zutaten finanziert ausschließlich auf Spendenbasis. Für die SHIKS ist es eine Frage des guten Karmas diesen Dienst zu leisten – und für mich eine Frage des Anstands eine kleine Spende zu hinterlassen.

HARMANDIR SAHIB, so heißt der gesamte Komplex in welchem sich der GOLDENE TEMPEL befindet. Umgeben von einem riesigen Wasserbecken, dem Nektarbecken, erstrahlt die mit 750 kg Gold überzogen Tempelkuppel. Rund um das Nektarbecken beobachte ich SHIKS dabei, wie sie sich auf ihr rituelles Bad vorbereiten. Für Frauen gibt es extra geschlossene Badekabinen. Immer wieder sehe ich Menschen, die das Wasser trinken. Bei einem Blick in das Nektarbecken ist es verwunderlich, dass nicht alle davon sterbendskrank werden.

Selbstverständlich musste ich vorm Betreten des GOLDENEN TEMPES meine Schuhe abgeben. Die Aufbewahrung ist ebenfalls kostenfrei. Auch hierfür leisten SHIKS Freiwilligendienst. Ebenso das Waschen der Hände und Füße, sowie das Tragen eines Kopftuches werden verlangt. Letzters ist eine gute Idee. Es bewahrte mich vor dem sicheren Sonnenstich. Immerhin rund 37 Grad zeigte das Thermometer bei meiner Ankunft.

Überhaupt läuft alles rund um den GOLDENEN TEMPEL mit Freiwilligenarbeit. Am ersten Tag bin ich – jetlaggeplagt – am nachmittag für für ca. 2 Stunden im Schatten am GOLDENEN TEMPELS eingeschlafen. Ich hatte im Vorfeld auf Youtube bereits einiges über dieses Heiligtum angesehen. Auch, daß die ganze Tempelanlage jeden Tag spätnachmittags komplett gewaschen wird. Hätten mich nicht ein paar nette SHIKS geweckt, das Wischkommando hätte mich förmlich weggespült 😉 Eimerweise kippen sie das „Nektarwasser“ über den weißen Marmorboden um diesen wieder blitzeblank zu schrubben. Überdimensionale Wasserzieher sind im Einsatz, die Sonne tut das Übrige dazu. Ganztags fegen Frauen und Männer mit überall bereitgestellten Besen den Marmorboden. Alles im Zeichen des guten Kramas.

Im GOLDEN TEMPEL selbst befindet sich das Heiligtum der SHIKS. Das heilige Buch GURU GRANTH SAHIB. Aus ihm wird den ganzen Tag über gelesen. Der letzte lebede GURU der SHIKS, GURU GOBIND SINGH entschied, dass es nach ihm keinen lebenden GURU mehr geben wird. Er ernannte das heilige Buch als – nach seinem Tod – obersten Guru. Nun ist es nicht so, dass die SHIKS ein Buch anbeten. Sie lauschen den Gebeten, den Texten aus diesem Buch.

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