MUMBAI – wo Licht ist, ist auch Schatten

MUMBAI, das ist für mich die Stadt mit den zwei Gesichtern. Licht und Schatten – direkt nebeneinander. Denn neben jedem prächtigen, neuen Hochhauskomplex – und davon gibt es in MUMBAI unzählige – finden sich Siedlungen aus Wellblechhütten mit blauen Dächern.

Es sind blaue Plastikplanen die diese Menschen über das Wellblechdach gespannt haben – als Schutz gegen den unbamherzigen, allesdurchdringenden Monsun. In diesem Hüttenslum wohnen die Bauarbeiter. Ist die Wohnanlage dann fertiggestellt, ziehen diese Arbeiter mit ihren Familien weiter zur nächsten. Um die bezugsfertige Anlage lassen sich anschließend diejenigen nieder, die den Nobelanwohnern als Personal dienen. So findet sich um jeden schönen Wohnkomplex ein Hüttendorf, dass ihn am Laufen hält.

Im Anflug auf MUMBAI

MUMBAI, das sind aber auch beeindruckende Gebäude aus der Zeit der Briten. Ganz besonders das Chhatrapati Shivaji Terminus – vormals Victoria Terminus. Als die Briten abgezogen sind, wurde dieser herrliche Bahnhof umbenannt. Lustig! Später erfuhr ich, daß er unter den Indern immer noch Victoria Terminus oder ganz einfach VT heißt.

Das Victoria Terminus

Genauso wie das Prinz of Wales Museum weiterhin so genannt wird – obwohl es einen ebenso langen indischen Namen bekommen hat (Chhatrapati Shivaji Maharaj Sangrahalaya Museum). Das VT hat mich schlichtweg fasziert. Man muss dazu wissen, dass ich mich für Architektur interessiere. An so einem Gebäude könnte ich mich stundenlang fotografisch spielen. Die Nachmittagshitze und der Verkehr haben mich hier etwas eingegrenzt. Bei den Bilder, welche Du sonst vom VT zu sehen bekommst, muss der Fotograf mitten auf der (sicherlich abgesperrten) Straße gestanden haben. Das hab‘ ich lieber sein lassen, mich gäb‘s sonst nicht mehr!!

Das Prinz of Wales Museum

Ich wohne in Colaba, das ist am westlichen Ende Mumbais. Diesen Stadtteil kann ich nur empfehlen. Vom Airport aus heißt das allerdings einmal quer durch die Stadt. Mein Budgethotel liegt fußläufig ein paar Minuten vom Taj Mahal Hotel entfernt und so gut, dass ich von meinem Zimmer aus einen Blick auf das GATE OF INDIA und das Meer habe. Ok, bitte stell Dir kein blaues herrliches Wasser vor. Ich meine indisches Großstadtmeer. Braun und der ‚Strand‘ voller Müll. Es gibt um MUMBAI auch einigermaßen saubere Strände, die Farbe des Wassers ist allerdings identisch. Selbst als ich 1 Stunde mit dem Boot und vielen Einheimischen nach Elephanta Island gefahren bin, hat sich die Meeresfarbe nicht geändert. Was für eine Verschmutzung – Wahnsinn! Was Umweltschutz anbelangt, befindet sich die Bevölkerung hier wirklich noch in den Kinderschuhen. Auf dem Boot nach Elephanta: Chipstüte leer, Wasserflasche leer – ab ins Meer! Zum Kotzen!! Die Boote nach ELEPHANTA gehen direkt beim GATE OF INDIA ab. Mach diese Tour nicht am Wochenende. Ich musste selbst unter der Woche 45 Minuten anstehen – kein Schatten!

Das eindrucksvolle GATE OF INDIA – leider sieht es an diesem Strand so aus…

An meinem letzten Tag in MUMBAI sah ich sie dann am Bahnhof VILE PARLE. Die DABBAWALA von MUMBAI. Dabba heißt die indische Lunchbox und Wala bedeutet soviel wie Lieferant (hab ich vom Hostelbesitzer). Man erkennt sie an ihrem weißen Hütchen, Pati genannt. Sie liefern pro Tag run 175.000 Mittagessen aus und ihre Fehlerquote liegt bei 1 pro 6 Millionen Lieferungen. (Quelle: Spiegel Online, Montag 29.07.2013, Dabbawallas in Mumbai) Die DABBAWALA holen den fertig gekochten Lunch von zuhause ab und liefern ihn ins Büro. Nachmittags kommen sie vorbei, um die Lunchbox wieder abzuholen. Ihr Logistiksystem ist einzigartig. Auf den Lunchpaketen befinden sich Markierungen, sie haben Übergabeschnittstellen und als Abholer sowie Officelieferanten fungieren lokalkundige Walas. Die meisten von ihnen sind Analphabeten.

Die Dabbawala

MUMBAI selbst hat mir ganz gut gefallen. In COLABA fand ich immer ein ruhiges Plätzchen für meinen Cappu. In diesem Stadtteil kannst Du wirklich alles gut zu Fuß machen.

Ich kam von: DELHI mit AIR INDIA für 32 Euro

Ich wohnte im: Sea Shore Hotel, EZ 700 Rupien (unbedingt nach Zimmer mit Fenster fragen, es gibt nämlich auch ohne)

Vom Airport zum Hotel: Nimm eine Motorrikshaw (go by meter) zur Bahnstation VILE PARLE, von dort einen 1. Klasse Ticket nach CHURCHGATE, dann ein Taxi (go by meter) oder zu Fuß (15 Minuten) – so hab ich es nicht gemacht, ist aber die beste Option, ich bin mit dem Metertaxi gefahren (zu teuer, wegen Stau zu langsam. Als ich in MUMBAI war wurde gerade die U-Bahn gebaut. Endstau in den Straßen. Im Stadtteil COLBA sind keine Motorrikshaws erlaubt)

Weiterreise: nach GOA (VASCO DA GAMA AIRPORT) mit AIR INDIA für 90 Euro (Du kannst auch gut mit dem Zug 12 h oder Nightbus von MUMBAI nach GOA reisen, aber ich war nach dem Workshop einfach zu platt und habe mir deshalb den Flieger gegönnt.

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